Perkutane Elektrolyse bei Achillessehnen-Tendinopathie

Wirkungsweise, mögliche Indikationen und Stellenwert neben der Trainingstherapie

Schon dem Helden Achilles aus der griechischen Mythologie wurde seine Ferse zum Verhängnis. Auch heute kann die nach ihm benannte Sehne Sportler und ihre Physiotherapeuten vor eine echte Herausforderung stellen. Denn die Standardversorgung, also Belastungsreduktion und gezielte Trainingstherapie, reicht nicht immer aus. Was aber, wenn die Beschwerden anhalten oder bei steigender Belastung wieder zunehmen? Dann kann es sinnvoll sein, Ihre Behandlungsstrategie zu erweitern. Die perkutane Elektrolyse ist ein Verfahren, das in der Physiotherapie ergänzend zu einem aktiven Behandlungsprogramm eingesetzt werden kann.

Wenn die Sehnenheilung nicht wie erwartet verläuft

Aufgrund ihrer hohen Zugbelastung und relativ geringen Durchblutung heilen Sehnen nur langsam und erfordern ein ausgewogenes Verhältnis von Ruhe und Belastung. Auch die Genesung bei einer Achillessehnen-Tendinopathie kann deshalb einige Zeit in Anspruch nehmen. Manche Patienten erholen sich mit einer richtig dosierten Trainingstherapie, doch nicht bei jedem Patienten verläuft die Entwicklung wie erwartet. Manchmal stagniert die Belastbarkeit oder die Rückkehr zum Sport gestaltet sich schwierig. Ein guter Zeitpunkt, um Ihren Behandlungsplan neu zu bewerten.

Perkutane Elektrolyse als ergänzende Behandlung bei Achillessehnenbeschwerden

Wenn die Genesung Ihres Patienten mit Achillessehnen-Tendinopathie stagniert, ist es Zeit, zusätzliche Behandlungsoptionen in Betracht zu ziehen. Eine davon ist die perkutane Elektrolyse.

Was ist perkutane Elektrolyse?

Die perkutane Elektrolyse ist ein minimalinvasives Verfahren, bei dem unter Ultraschallkontrolle eine Dry-Needling-Nadel in das betroffene Gewebe eingebracht und ein elektrischer Strom appliziert wird. Es gibt Hinweise darauf, dass dies mehrere Effekte auf chronische Tendinopathien haben kann:

  • Es entsteht eine kontrollierte Entzündungsreaktion, die den Umbau des Gewebes (Remodeling) anstößt
  • Die Kollagenfasern werden zur Neuausrichtung angeregt, wodurch sich die Zugfestigkeit der Sehne verbessert
  • Anregung der Angiogenese
  • Abbau geschädigter Zellen

Für Präzision und Sicherheit ist die Ultraschallführung bei diesem Eingriff unverzichtbar. Mit Ultraschall lassen sich die Nadel und die umliegenden anatomischen Strukturen während der gesamten Behandlung genau darstellen. Zudem treten bei der perkutanen Elektrolyse in der Regel nur leichte Nebenwirkungen auf, etwa vorübergehende Nachschmerzen (Schek et al., 2025).

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Der Stellenwert der perkutanen Elektrolyse neben der Trainingstherapie

Die perkutane Elektrolyse kann in Betracht gezogen werden, wenn sich ein Patient mit Achillessehnen-Tendinopathie trotz eines passenden und gut aufgebauten Trainingsprogramms nicht ausreichend erholt. Die Technik lässt sich als ergänzende Behandlung in den Rehabilitationsplan integrieren. Gerade bei Patienten, die unzureichend auf ein gezieltes Trainingsprogramm ansprechen, kann die Elektrolyse dazu beitragen, den betroffenen Sehnenabschnitt empfänglicher für die Wirkung der Trainingstherapie zu machen.

In bestimmten Fällen kann sich ein Physiotherapeut auf Grundlage der klinischen Befunde und des individuellen Anliegens des Patienten dafür entscheiden, die perkutane Elektrolyse schon früher im Behandlungsverlauf als ergänzende Maßnahme in Betracht zu ziehen.

 

Die perkutane Elektrolyse ist eine minimalinvasive Technik, bei der ein Physiotherapeut unter Ultraschallführung über eine Nadel einen galvanischen Strom im Zielgewebe appliziert. Bei Achillessehnen-Tendinopathie kann sie ergänzend zu einem aktiven Rehabilitationsprogramm erwogen werden. Trainingstherapie und schrittweise Sehnenbelastung bleiben die Basis. Die spezifische Evidenz für die Elektrolyse bei Achillessehnenbeschwerden ist vielversprechend, aber noch begrenzt.

 

Erfahrungen mit der perkutanen Elektrolyse

Physio- und Manualtherapeut Jur Snel hat umfassende Erfahrung mit der perkutanen Elektrolyse in der Behandlung von Sehnenbeschwerden. Er erklärt, warum die Ultraschallführung so wichtig ist, und berichtet aus seiner Praxis: „Die Ultraschallführung sorgt für Sicherheit und gibt dem Patienten zugleich ein hilfreiches visuelles Feedback. Außerdem habe ich damit schon oft gute Ergebnisse erzielt. In mehreren Fällen wurde eine Injektion oder Operation überflüssig, nachdem wir die Elektrolyse in die Behandlung aufgenommen hatten.

Jur SnelIch habe aber auch den umgekehrten Fall erlebt: Eine Patientin hatte nach ihrer Operation weiterhin Achillessehnenbeschwerden, die wir mit Elektrolyse und Trainingstherapie in den Griff bekommen haben.“

Seine Erfahrungen aus der Praxis werfen eine interessante Frage auf: Was sagt die wissenschaftliche Literatur zum Einsatz der perkutanen Elektrolyse bei Achillessehnen-Tendinopathie?

Was sagt die Wissenschaft zur perkutanen Elektrolyse?

Die Tendinopathie ist die häufigste Überlastungserkrankung in der Sportmedizin. Die wissenschaftliche Evidenz für die perkutane Elektrolyse bei Tendinopathien, insbesondere der Patellar- und Achillessehne, ist vielversprechend, aber leider noch begrenzt.

Schek et al. (2025)1 haben die verfügbare klinische Evidenz zu dieser Behandlung in einem klinischen Review untersucht. Ihr Fazit: Die perkutane Elektrolyse (in Kombination mit Trainingstherapie) führte zu Schmerzreduktion und funktioneller Verbesserung, auch langfristig.

In einer randomisierten kontrollierten Studie (RCT) verglichen Delgado Álvarez et al. (2026)2 die perkutane Elektrolyse mit dem Dry Needling von Triggerpunkten im M. gastrocnemius bei Patienten mit Achillessehnen-Tendinopathie. Die Elektrolysegruppe zeigte größere Verbesserungen bei Schmerz und Mechanosensitivität. Auch bei der Dorsalextension im oberen Sprunggelenk und der Lebensqualität wurden bessere Ergebnisse erzielt.

Von der klinischen Entscheidung in den Praxisalltag

Die Elektrolyse kann also sehr wertvoll sein, wenn andere Maßnahmen nicht (ausreichend) greifen. Sie bietet einen zusätzlichen Ansatzpunkt, um schwer behandelbare Tendinopathien besser in den Griff zu bekommen. Um die perkutane Elektrolyse jedoch sicher und präzise anzuwenden, ist neben einer fundierten Ausbildung auch die richtige Ausstattung wichtig. Ein Gerät muss zuverlässig und im Praxisalltag einfach zu bedienen sein. Wenn Sie ein geeignetes Gerät suchen, sollten Benutzerfreundlichkeit, vielfältige Einstellmöglichkeiten und Komfort auf Ihrer Wunschliste nicht fehlen.

Die Vorteile eines zuverlässigen Geräts für die perkutane Elektrolyse

Physio- und Manualtherapeut Jur Snel nennt das Gymna Acure 250 als Beispiel für ein solches zuverlässiges und benutzerfreundliches Gerät. Das Gymna Acure 250 wurde für den professionellen Einsatz der perkutanen Elektrolyse entwickelt und verbindet eine gezielte Behandlung mit einer benutzerfreundlichen Bedienung. Besonders überzeugt ist Snel von der ergonomischen Bedienung: „Das ergonomische Smart Handpiece des Acure 250 mit Start-/Stopp- und Intensitätstasten macht das Gerät unglaublich einfach in der Anwendung. Da die Tasten in Reichweite liegen, behält man die volle Kontrolle über die Behandlung. Schließlich hat man die Hände schon mit dem Schallkopf und dem Acure-250-Stift voll.“ Auch der Nadelhaltemechanismus trägt laut Snel wesentlich zur einfachen Handhabung des Acure 250 bei: „Sehr zufrieden bin ich auch mit dem sicheren Nadelhaltemechanismus. Damit kann man die Nadel bei Bedarf zuerst manuell platzieren und das Acure 250 anschließend ganz einfach daran anschließen.“

Darüber hinaus bietet das Acure 250 verschiedene Funktionen, die den Einsatz der perkutanen Elektrolyse im Praxisalltag unterstützen:

  • Intuitive Touchscreen-Bedienung mit anatomischer Bibliothek, Auswahl nach Körperregion und Speicherfunktion für eigene Protokolle
  • LED-Ring für direktes visuelles Feedback zum Behandlungsstatus
  • Konstanter galvanischer Strom bis 2.500 µA
  • Einstellbarer An- und Abstieg der Stromintensität
     

Die richtige Technik beginnt mit der richtigen klinischen Entscheidung

Alles in allem ist die perkutane Elektrolyse eine sichere ergänzende Behandlung bei hartnäckigen Achillessehnenbeschwerden. Das Acure 250 von Gymna ist dabei ein wertvoller, benutzerfreundlicher Partner, unter anderem dank des ergonomischen Smart Handpiece und der intuitiven Touchscreen-Bedienung.

Möchten Sie mehr über die perkutane Elektrolyse oder speziell über das Gymna Acure 250 erfahren? Dann wenden Sie sich unverbindlich an Ihren Gymna-Partner.

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Perkutane Elektrolyse bei Achillessehnen-Tendinopathie

 

FAQ

Was ist perkutane Elektrolyse?
Die perkutane Elektrolyse ist ein minimalinvasives Verfahren, bei dem unter Ultraschallkontrolle eine Dry-Needling-Nadel in das betroffene Gewebe eingebracht und ein elektrischer Strom appliziert wird. Ziel ist es, eine kontrollierte Entzündungsreaktion auszulösen, die Angiogenese und die Neuausrichtung der Kollagenfasern anzuregen und geschädigte Zellen abzubauen.
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Wann ist die perkutane Elektrolyse die richtige Wahl?
Die perkutane Elektrolyse kann in Betracht gezogen werden, wenn sich ein Patient mit chronischer Tendinopathie trotz eines passenden und gut aufgebauten Trainingsprogramms nicht ausreichend erholt.
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Bei welchen Beschwerden lässt sich die perkutane Elektrolyse einsetzen?
Die perkutane Elektrolyse kann bei anhaltenden Sehnenbeschwerden wie Tennisellenbogen, Springerknie (Jumper’s Knee), Achillessehnenbeschwerden und Rotatorenmanschetten-Tendinopathie eingesetzt werden, außerdem bei myofaszialen Triggerpunkten und plantarem Fersenschmerz.
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Lässt sich die perkutane Elektrolyse als alleinige Behandlung einsetzen?
Die Technik wird als ergänzende Behandlung innerhalb des Rehabilitationsplans eingesetzt. Gerade bei Patienten, die unzureichend auf ein gezieltes Trainingsprogramm ansprechen, kann die Elektrolyse dazu beitragen, den betroffenen Sehnenabschnitt empfänglicher für die Wirkung der Trainingstherapie zu machen.
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Wie lange dauert eine Behandlung mit perkutaner Elektrolyse?
Die Stromapplikation dauert je nach Protokoll meist nur wenige Minuten pro Behandlungsstelle. Die gesamte Sitzung dauert länger, da Untersuchung, sonografische Lokalisation und Vorbereitung hinzukommen.
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Welche Nebenwirkungen hat die perkutane Elektrolyse?
Bei der perkutanen Elektrolyse treten in der Regel nur leichte Nebenwirkungen auf, etwa vorübergehende Nachschmerzen.
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Wie oft muss die perkutane Elektrolyse angewendet werden, bis sich Ergebnisse zeigen?
Manche Patienten bemerken bereits nach wenigen Sitzungen eine Verbesserung, die Zahl der erforderlichen Behandlungen hängt jedoch von Beschwerdebild, Behandlungsprotokoll und Person ab. Für eine durchschnittliche Indikation sind 3 bis 6 Behandlungen nötig. Bessern sich die Beschwerden bis dahin nicht, sind weitere Sitzungen nicht sinnvoll.

 


[1] Schek, A., Schlesiger, L., Knapp, J., Welsch, G., & Abat, F. (2025). The ultrasound-guided electrolysis therapy (USGET) in sports medicine: Clinical evidence and molecular insights. German Journal of Sports Medicine, 76(7), 239–244. https://doi.org/10.5960/dzsm.2025.646

[2] Delgado Álvarez, S., Méndez Sánchez, R., Polo Ferrero, L., Rodríguez Fragua, I., Loaiciga Espeleta, C., González Raja, R., Sánchez Milá, Z., & Velázquez Saornil, J. (2026). Effectiveness of Dry Needling Versus Percutaneous Electrolysis in Achilles Tendinopathy: A Randomized Clinical Trial. Cureus, 18(2), e104384. https://doi.org/10.7759/cureus.104384