Stosswellentherapie und Osteopathie: ein inspirierendes Beispiel

Bei dem Begriff Stoßwellentherapie denkt man nicht sofort an einen Osteopathen, der diese physiotherapeutische Technik in seiner Praxis anwendet. Nichtsdestotrotz kann die Stoßwelle eine gute Ergänzung sein, wenn Sie Ihrem Patienten auf verschiedene Weise so gut wie möglich helfen wollen. In Eboli, einer Gemeinde in der süditalienischen Provinz Salerno, haben wir mit dem Physiotherapeuten und Osteopathen Dr. Michele Luongo ein inspirierendes Beispiel gefunden.

Einer seiner Kunden ist der professionelle K-1 Kampfsportler Renato Ferrara. Wir haben einen Osteopathen und einen Spitzensportler getroffen und sie über die Behandlung einer häufigen Verletzung bei Kamfsporten befragt.

Wer ist der Kampfsportler Renato Ferrara?

Wir sprechen mit Renato Ferrara, einem professionellen K1-Kickboxer aus Eboli in der Region Salerno in Süditalien, und mit seinem Physiotherapeuten und Osteopathen Dr. Michele Luongo, ebenfalls aus Eboli.

Renato ist 29 Jahre alt und seit 2015 im K1-Kampfsport aktiv. Er beginnt als Amateur und wird 2017 in die italienische Nationalmannschaft der Amateure aufgenommen. Er ist dreimaliger italienischer Meister, mit Siegen in den Jahren 2016, 2017 und 2018. Im Jahr 2017 gewinnt er auch die Weltmeisterschaft in seiner Klasse. Nachdem er die italienische Meisterschaft dreimal in Folge gewonnen hat wird er Profisportler.

Wer ist der Physiotherapeut und Osteopath Dr. Michele Luongo?

Michele ist 37 Jahre alt und hat Physiotherapie an der Universität Cattolica del Sacro Cuore in Rom studiert. Er schließt sein Studium 2006 mit summa cum laude ab und ist spezialisiert auf die Behandlung von Patienten mit posttraumatischen Erkrankungen des Bewegungsapparates, sowohl in der akuten als auch in der chronischen Phase. Zur weiteren Spezialisierung studiert er Osteopathie an der A.T. Still Academy in Bari, wo er 2014 seinen Abschluss macht. Er behandelt seine Patienten seit 11 Jahren in seiner Privatpraxis in Eboli. 

Physiotechniken unterstützen Michele's Behandlungen

„In meiner Praxis wende ich am häufigsten manuelle und osteopathische Techniken an“, sagt Michele Luongo, „aber darüber hinaus nutze ich auch elektromedizinische Geräte, um meine Behandlungen zu unterstützen und zu komplettieren.  Dies können Physiotherapietechniken wie Stoßwellen-, Tecar-, Ultraschalltherapie oder sonstige sein. Es ist für mich selbstverständlich, dass jede von mir durchgeführte Behandlung patientenindividuell ist und ich alle mir zur Verfügung stehenden Mittel einsetze und kombiniere, um meinen Patienten zu helfen.“ 

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Ein professioneller K-1-Kampfsportler braucht professionelle Behandlungen, um optimale Leistungen zu erbringen 

„Als professioneller K1-Kampfsportler fordere ich meinen Körper ständig mit sehr intensiven Trainingseinheiten heraus“, sagt Renato. „Um diese Trainingseinheiten optimal zu absolvieren und keine Verletzungen zu erleiden, muss ich gut auf meinen Körper achten. Meine Ernährungsberaterin Dr. Gerardina Ferrara unterstützt mich mit Ernährungsempfehlungen und mein Physiotherapeut/Osteopath Dr. Michele Luongo mit regelmäßigen Kontrollen und Behandlungen.“

Was sind häufige Verletzungen bei Kampfsportler?

Renato erklärt auch, dass die auftretenden Probleme oft mit den Tritten und Verletzungen zusammenhängen, die Kämpfer während des Kampfes erleiden. Außerdem treten viele Muskelprobleme auf, z. B. in den Oberschenkelbeugern, im Quadrizeps und an der Wirbelsäule. Ihm bereitet insbesondere der vordere Schienbeinmuskel die meisten Probleme. 

Behandlung des vorderen Schienbeinmuskels und Stoßwellentherapie

Basierend auf Renatos Beschreibung der Probleme im vorderen Schienbeinmuskel und seinem Wissen über Renatos Allgemeinzustand, schlug Michele eine Behandlung mit Stoßwellentherapie vor. Er erwähnt, dass seine Erfahrung mit Athleten und Sportlern im Allgemeinen zeigt, dass sie eigentlich gut auf die Stoßwellentherapie ansprechen. Die Therapie ermöglicht bessere und mit der Zeit länger anhaltende Ergebnisse. Seine Stoßwellenbehandlungen und -protokolle haben sich dank der Anwendung der Therapie mit spezifischen Faszienapplikatoren weiter verbessert. Ihre Anpassbarkeit an verschiedene anatomische Bereiche ermöglicht sehr präzise Behandlungen als Teil einer herkömmlichen Stoßwellentherapiebehandlung, aber auch als eigenständige Therapie. 

„Ich halte es für richtig, den anatomischen Bereich in seiner Vollständigkeit und Komplexität zu behandeln. So bin ich zu einer Behandlung in 4 Schritten im passiven und aktiven Modus gekommen.“
 

Faszientherapie mit Stoßwellen-Faszienapplikatoren

Das Protokoll, das Michele für die Behandlung des vorderen Schienbeinmuskels bei Renato anwendet, besteht aus vier Folgen:

Erste Folge:  
Applikator:  Knöchel
Druck:  2,5 bar
Frequenz:  12 Hz
Anzahl Stoßwellen:  1 500

 

knuckle

Michele bearbeitet den gesamten Muskelbauch bis hinunter zum Knöchel, lässt dabei jedoch die Sehne aus. Während der Behandlung bittet er Renato, seine Fußspitze von Zeit zu Zeit auf und ab zu bewegen. So kann er auf einer tiefen und flacheren Ebene der Muskelbündel arbeiten. Laut Michele bringt dies umfassendere Ergebnisse als eine rein passive Behandlung. Er versucht zu vermeiden, direkt auf der Tibiakante zu arbeiten, da das Protokoll eine spezifische direkte Behandlung zur Desensibilisierung der Tibiakante vorsieht.

Zweite Folge  
Applikator:  Schaufel
Druck:  2 bar
Frequenz:  12 Hz
Anzahl Stoßwellen:  1 000

Michele bewegt sich direkt auf der Tibiakante, um präzise auf dem Tibiaansatz zu arbeiten. Während er sich zur Entlastung des Bereichs mit der Schaufel weiter an der Tibiakante entlangarbeitet, tritt eine (leichte) Hyperämie auf.  Das zeigt, dass die Faszien auf die Behandlung zu reagieren beginnen.

scoop
Dritte Folge:  
Applikator:  Kugel
Druck:  2 bar
Frequenz:  15 Hz
Anzahl Stoßwellen:  500
Sphere
Vierte Folge:  
Applikator:  V-Actor
Druck:  2 bar
Frequenz:  31 Hz
Anzahl Stoßwellen:  3 000
V-actor

Dies ist die Entlastungs- oder Entspannungsphase, um durch Einsatz des V-Actors eine lymphatische und vaskuläre Ableitung/Drainage in diesem Bereich zu bewirken. Michele arbeitet auf der gesamten Länge des vorderen Schienbeinmuskels, um die Resorptionsprozesse zu aktivieren. 

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Das Behandlungsprotokoll der Faszientherapie zusammengefasst

Michele hat Renato in sechs Sitzungen mit diesem Protokoll behandelt. Um die gewünschten Ergebnisse zu erzielen, empfiehlt er sechs bis acht Sitzungen mit dieser Behandlung. Im Gegensatz zur manuellen Faszientherapie sind Behandlungen, die auf diesem eigenständigen Faszienprotokoll basieren, reproduzierbar und ermöglichen einen konstanten Druck und eine konstante Frequenz. Sie sind außerdem weniger anstrengend für die Hände. 

Die Behandlung dauert ungefähr 10 Minuten und gibt dem Therapeuten die Möglichkeit, für eine noch umfassendere Behandlung weiterhin Übungen oder manuelle Therapie einzusetzen. Für Renato hat die Behandlung die gewünschte Linderung gebracht, für Michele verleihen die Faszienapplikatoren seinen Behandlungen eine zusätzliche Dimension. 

Wie hat Renato die Behandlung erlebt? 

„Für mich ist die Behandlung nicht sehr schmerzhaft“, sagt Renato. „Auf einer Skala von 1 bis 10 würde ich eine 3 vergeben. In Anbetracht der Sportart, die ich ausübe, ist meine Schmerztoleranz offensichtlich hoch.  Sehr wichtig ist, dass die Verbesserung fast sofort spürbar ist. Nur wenige Stunden nach der Behandlung bin ich wieder im Fitnessstudio und trainiere. Das ist ein Ergebnis, das ich mit anderen Behandlungstechniken nie erreicht habe. Nach der Behandlung sind die Schmerzen einfach weniger intensiv und ich kann problemlos trainieren. Durch diese Verbesserung kann ich meine Erholungszeiten verkürzen und nach und nach einen längerfristigen Nutzen erzielen. Das ist perfekt für mich!“

Abschließend eine Empfehlung von Michele für seine Therapeutenkollegen

„Ich kann meinen Kollegen sagen, dass die Anwendung der Stoßwellentherapie schnell sehr umfassend und vielseitig geworden ist. Sie kann heute als eine der grundlegenden elektromedizinischen Therapien in unserer täglichen Praxis erachtet werden. Bedenkt man, dass jetzt auch Faszienbehandlungen mit den spezifischen Faszienapplikatoren möglich sind, dann ist vorstellbar, dass Stoßwellentherapie in nahezu allen unseren Behandlungen einsetzbar ist. Das ist doch gut, oder?“

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